PMPO

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PMPO
LautsprecherVerpackung mit PMPO-Angabe (2000) Die sogenannte PMPO-Leistung ist eine in der Realität nicht nachmessbare Phantasiezahl. Bereits die ausgeschriebene Form der Abkürzung PMPO ist einem weiten Interpretationswillen ausgesetzt und reicht von „Peak Music Power Output“ („Spitzenmusikleistungsausgabe“ oder Impulsbelastbarkeit) über „Pulse Maximum Power Output“ und „Prompt Music Power Output“ bis „Peak Momentary Power Output“. Sarkastische Naturen interpretieren PMPO auch als „Præ Mortem Power Output“ – Leistungsabgabe vor dem Tode.
Die Angabe einer möglichst großen PMPO-Zahl auf Verkaufsverpackungen ist ein besonders bei Vermarktern minderwertiger Artikel beliebter Werbetrick. So konnte beispielsweise auch das auf der Abbildung rechts zu sehende 3-Watt-Lautsprecherleinchen im Viertellitergehäuse aus Thermoplast als 240-Watt-Ohrenwegfeger an die unkundige Verbraucherschaft gebracht werden.
Zudem gibt es überhaupt keine normverbindliche Festlegung über die Ermittlung der PMPO-Zahl. Man könnte sich die PMPO-Leistung beispielsweise als das Produkt aus der Spannung und Stromaufnahme vorstellen, mit der die Drähte im Lautsprecher eine Millisekunde lang belastet werden dürfen, ohne zu schmelzen. Die tatsächliche Sinus- oder Rauschleistung eines Hi-Fi-Lautsprechersystems nach DIN EN 61305 Teil 5 liegt erfahrungsgemäß bis hinab zu einem hundertstel dieses Wertes.
Die alte Hi-Fi-Norm DIN 45500 (bis 1995 gültig) kannte noch den Begriff der „Musikleistung“. Diese war zwar auch 50 bis 100 Prozent höher als die mit maximal 1% Verzerrung zu messende Sinusleistung, war jedoch tatsächlich von den Lautsprechern messbar zu erbringen.
Die deutschen Verbraucherschutzorganisationen sehen hier offensichtlich genausowenig Handlungsbedarf wie bei der sogenannten interpolierten Scannerauflösung, einem ebenfalls in der Werbung gern verwendeten Wert ohne jeden Realitätsbezug.

Links zum Thema PMPO

Power Ratings in the New Millenium
Die PMPO-Lüge – Gernot Zander dokumentiert, wie ein 380-Milliwatt-Mikrochip zu einem 120-Watt-Konzertsaalverstärker mutiert.
DKE – Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE: Klarstellung zu Leistungsangaben von Lautsprechern – PMPO versus Sinus- und Rauschleistung nach DIN EN 60268-5
Wikipedia: Musikleistung


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